Die VAC-Stent Therapie ist eine geeignete Behandlungsmethode zur Therapie von kleinen bis mittelgroßen Defekten des oberen Gastrointestinaltraktes, ob nun spontan, postoperativ an einer Anastomose oder iatrogen in Folge eines endoskopischen oder operativen Verfahrens entstanden.
Da der VAC-Stent nur intraluminal platziert werden kann, ist es im Falle einer extraluminalen Höhle wichtig zu überprüfen, ob der Hohlraum unter intraluminaler Saugung kollabiert. Eine kontaminierte Höhle heilt nur, wenn sie optimal drainiert wird. Bei einer großen und/oder kontaminierten Höhle sollte zunächst eine endoskopische Vakuumtherapie mit einem intrakavitären Schwamm in Betracht gezogen werden. Sobald die Höhle kleiner geworden ist, kann auf einen VAC-Stent gewechselt werden.
Die Technik kann eingesetzt werden bei:
- Anastomoseninsuffizienz nach onkologischer gastroösophagealer Chirurgie
- Ösophagusfistel
- spontaner Ösophagusperforation im Rahmen eines Boerhaave-Syndroms
- Iatrogener/endoskopiebedingter Perforationen der Speiseröhre
- infolge einer Ballondilatation von Stenosen oder bei Achalasie
- bei/nach EMR/ESD (endoskopische Mukosaresektion/Submukoasdissektion)
- bei transösophagealer Echokardiographie
- bei der Einführung von Ernährungssonden und ähnlichem
- Trauma, einschließlich Fremdkörperingestion, Schussverletzung etc.
- Zweitlinientherapie nach vorheriger endoskopischer Behandlung mit SEMS, EVT oder einem Over-the-Scope-Clip (OTSC)
- präventive Anwendungen zur Reduktion der Anastomoseninsuffizienzrate, insbesondere bei potenziell hochriskanten Anastomosen nach einer Vorgeschichte von Chemotherapie oder Radiochemotherapie bei Ösophaguskarzinom
- Nahtinsuffizienzen entlang der Klammernaht nach bariatrischer Chirurgie, wie z. B. Sleeve-Gastrektomie oder Roux-en-Y-Magenbypass
Bemerkung 1: Der VacStent wurde ursprünglich für Undichtigkeiten nach Ösophagusresektion entwickelt, fand jedoch bald auch Anwendung bei Patienten mit Insuffizienzen nach bariatrischer Chirurgie.
Bemerkung 2: Bei einer Sleeve-Gastrektomie treten Insuffizienzen in der Regel entlang der Nahtreihe auf. Klammernaht-Leckagen sind am häufigsten im proximalen Drittel der Klammernaht (in etwa 85 % der Fälle) und seltener in der Mitte oder im distalen Abschnitt zu finden.
Empfehlung: Es wird empfohlen, den VAC-Stent so früh wie möglich einzusetzen, idealerweise zum Zeitpunkt der Diagnose, um die Bildung größerer Wundhöhlen und chronischer Fisteln zu verhindern.